Das Gegenteil von Liebe

Was mir in unserem Dienst hier immer wieder auffällt, ist, dass Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit mehr Schaden anrichten als absichtliche Bosheit. Die wenigsten Menschen sind Diebe und Mörder. Aber die meisten Menschen denken zu wenig darüber nach, was ihre Aktionen anderen Menschen antun.

Wenn ein Schafhirte die Schafe in einen Bereich hineinlaufen lässt, wo junge Mangobäume angesetzt worden waren, macht er das nicht absichtlich, um Schaden anzurichten. Er hat einfach nur zu viel auf sein Handy geschaut.

Wie viele Kinder in Afrika leiden darunter, dass ihre Eltern es wichtiger finden, ein schönes Handy zu haben, als Moskitonetze zu kaufen.

Wie viele Menschen in Europa sind einsam, weil wir uns nicht die Mühe machen, genauer hinzusehen und ihnen fünf Minuten unserer Zeit zu schenken.

Aber selbst der Dieb ist nicht von Hass getrieben. Ihm sind die Menschen, die er bestiehlt, einfach nur egal.

Gleichgültigkeit und die Gedankenlosigkeit, die daraus resultiert, zerstören unsere Welt. Sie sind das eigentliche Gegenteil von Liebe, nicht der oft genannte Hass. Und sie sind dass, wogegen sich Gottes gerechter Zorn richtet, und worüber er im Endeffekt sein Gericht ausgießen wird.

Wie viel Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit erlaubst du dir in deinem Leben? Wo tust du einfach nur das, was dir gerade in den Sinn kommt, ohne über die Konsequenzen für dich und andere nachzudenken? Wo sparst du dir Geld oder Zeit oder Aufwand, und nimmst dabei in Kauf, dass andere den Preis dafür zahlen müssen? Die unterbezahlten Angestellten, die Bauern, die nicht mehr wissen, wie sie die nächste Anbauperiode schaffen sollen, die halbversklavten Kleidernäher in Asien, etc. Sind sie dir nicht alle einfach egal? Bzw. weniger wichtig als dein eigener Komfort?

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst," sagt Jesus. Und meint damit: "Setze dich für die Bedürfnisse deiner Mitmenschen mit dem gleichen Eifer ein wie für deine eigenen."

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